Franz Fiala

Schlossergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1900    † 1943

 

Lebenslauf

Franz Fiala wurde am 27.1.1900 in Wien geboren. Er arbeitete als Schlossergehilfe. Bis 1934 war er Mitglied der sozialdemokratischen Partei Österreich und des republikanischen Schutzbundes.

Herstellung der "Roten Fahne"

Franz Fiala stellte u. a. 1941 die »Rote Fahne« her.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 27. 1. 1941 wurde Franz Fiala verhaftet, und am 15. 12. 1942 gemeinsam mit Karl Kompers, Johann Meduna, Franz Plotnarek und Anton Tuma (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 16.3.1943 erfolgte im Landesgericht I in Wien seine Hinrichtung.

Aus dem Urteil

„Im Februar 1940 wurde Fiala von Künzl für die KPÖ geworben (…) Am 8. April 1940 stellte Fiala den kommunistischen Funktionären Lisetz und Kiesel seine Wohnung zu einer Besprechung über den Aufbau der KPÖ im Bezirk Ottakring zur Verfügung, nahm jedoch nach seiner unwiderlegten Einlassung an der Besprechung selbst nicht teil. (…) Im November 1940 erklärte sich Fiala damit einverstanden, dass der Vervielfältigungsapparat, der bis dahin in der Werkstatt des Meduna (Vater) gestanden hatte, in seine Wohnung gebracht wurde. Gleichzeitig mit diesem Apparat wurden durch Künzl auch eine Dose Druckerschwärze und Gummihandschuhe dorthingeschafft. In der Folgezeit beteiligte sich Fiala an der Herstellung der kommunistischen Flugschrift »Die Rote Fahne« und zwar handelte es sich um die Novembernummer 1940 und die Januarnummer 1941, während die Herstellung der Dezembernummer (…) nicht gelang.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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